Gedichte von anderen

Zeitungsschnipsel

Eduard Pult (Zeitungsschnipsel)

scan eduard pult frühlingsrauschen

Frühlingsrauschen

 

Hörst du das Rauschen? Die Freiheit ruft,

Braust der Föhn durch die Frühlingsluft,

Lockt Dich das Leuchten, lockt Dich das Licht?

Sonnenflimmer und Goldgeglänz

Kündigen den lachenden Junker Lenz –

Hörst Du sein werbendes Singen nicht?

 

Seltsame Lieder raunt er Dir zu:

Trägst tief im Herzen ein Sehnen Du?

Gib mir Dein Weh – ich wirble es fort,

Weit fort, die Welten sind groß genug – –

Ob Dir das Leid auch viel Wunden schlug,

Höre, o höre mein tröstendes Wort!“

 

Leise Weisen wie Harfengetön

Flüstert der Lenz, hell jauchzt der Föhn –

Da schreitet einer durch Licht und Mai,

Hei, seine Fidel krächzt hart und schrill:

Ich bin es, der Dein Leid enden will!

Ich stelle das sehnende Herze still –

Tandaradei! Tandaradei…“

 

Kennst Du den Spielmann? Fleischlos sein Arm –

Doch ruhst Du dort friedlich und mutterwarm;

Denn alles Wünschen und Hoffen schweigt

Und alle Träume sind jach verblüht

Und alle Sehnsucht hat ausgeglüht,

Wenn er sich stumm zu Dir niederneigt…

 

© Eduard Pult

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